Männerwelten

Kurzgeschichten mit echten Kerlen oder solchen, die es sein möchten

Ein starkes Team – danach waren die Krawatten in den Jackentaschen verschwunden. Die Hemdsärmel waren hochgekrempelt und die Hemdkragen standen offen, bei Tom ein Knopf, bei den anderen zwei.

Fleck im Reinheft – und dann trafen sich ihre Blicke, und als sie ihm lächelnd zuwinkte, fühlte er sich plötzlich nackt auf der Bühne, ausgeliefert und blossgestellt. Plötzlich war ihm, als ob sie es alle wüssten, seine Eltern, seine Kommilitonen, einfach alle.

Verletzter Held – plötzlich war sie wieder da, diese Angst, diese lähmende Ohnmacht und das nagende Schuldgefühl. Plötzlich war er wieder da, der „kleine“ Thorsten.

Quality Time – natürlich wusste er, dass es höchste Zeit war, sich an die Arbeit zu machen. Und doch brachte er es nicht fertig. Nein, nicht jetzt! Jetzt brauchte er erst einmal einen Moment für sich allein.

Weihnachtsblues – die Ziffer auf der digitalen Uhr leuchtete ihm gnadenlos entgegen. Heute war es wieder so weit. Heiligabend. Das Fest der Freude. Das Fest der Familien. Dieser alljährlich wiederkehrende Albtraum.

Im Strudel der Ohnmacht (VI, 2016) – Fasziniert schaute der junge Mann zu, wie sie behutsam ihre Kaffeetasse an die dezent geschminkten Lippen führte und ihn über den Rand ihrer Brille hinweg musterte: „Ich habe ihn erschossen!“

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