Warum sie? VII (die Hauslehrerin)

(aus dem Tagebuch einer Hauslehrerin)

Warum sie 7

Freitag, 2. Dezember 1994

Ich habe die Stelle bekommen! Ich kann es kaum glauben. Was für ein Geschenk zu meinem 31. Geburtstag! Ich habe echt nicht mehr damit gerechnet. Ich hatte die Kandidatinnen gesehen, die vor und nach mir zum Bewerbungsgespräch gekommen waren. Beide um die 50, elegante Damen mit ergrautem Haar, die nur so strotzten vor Reife und Lebenserfahrung. Beide mit sicherlich besten Referenzen im Umgang mit verwöhnten Kindern aus der besseren Gesellschaft. Und dann dieser eifersüchtige Blick der Frau, als ihr Gatte, der ehrwürdige Bankier, nicht aufhören konnte, auf meine bestrumpften Beine und die schwarzen Lederstiefeln zu starren. Bei seiner Mutter, die mir wie eine Patriarchin vorkam in ihrem klassischen Twinset mit Perlen, konnte ich immerhin mit meiner Vorliebe für Dostojewski und Schubert punkten. Doch als mich die dritte Dame, die Mutter der Bankiersgattin, sichtlich zum Ärger ihrer Tochter fragte, ob ich katholisch sei und wie ich es mit Gott halte, hatte ich die Sache innerlich abgehakt. Als unverheiratete Frau in einer festen Beziehung hatte ich schon mit meiner evangelikalen Freikirche ein dauerndes Problem. Und jetzt lande ich ausgerechnet bei Katholiken. Ehrlich und naiv wie ich nun mal bin, habe ich ihnen auch noch die Wahrheit gesagt.

Und jetzt das! Es scheint doch tatsächlich noch Wunder zu geben! Am liebsten würde ich meine Freude hinausschreien in die Welt. Stattdessen sitze ich hier alleine mit einem Glas Wein vor meinem Tagebuch. Meine Eltern würden mich nur fragen, wieso ich nicht endlich selber ein Kind bekomme. Meine beste Freundin hat mir immer noch nicht verziehen, dass ich meine Stelle am Gymnasium gekündigt habe und sie nun meine Klasse übernehmen muss, und mein Freund ist gerade irgendwo am anderen Ende der Welt auf Dienstreise und wartet nur darauf, ausgerechnet mit dieser Neuigkeit mitten in der Nacht aus dem Schlaf geholt zu werden… Eben ist mir eine Träne auf die Seite getropft, auf das Wort „Freund“ (!) Mein Gott, ich habe Lust auf eine Zigarette! Lass mich standhaft bleiben! Bitte!

 

Dienstag, 3. Januar 1995

Mein erster Arbeitstag in der Villa der Bankiersfamilie. Worauf habe ich mich da bloss eingelassen? Die Frau gestresst zwischen den Silvestertagen in Davos und einer Modeschau in New York, ihr Mann genervt, weil sein Taxi zum Flughafen nicht kommen wollte, und mitten drin das kleine Mädchen am Weinen. Wie soll ich mit einem Kind arbeiten, das trotzig herumheult und mich von Anfang an ablehnt? Die Kleine hat mich den ganzen Tag kaum angeschaut. Und sehr lernfähig scheint sie auch nicht zu sein. Ich habe mich doch tatsächlich nach meiner alten Klasse zurückgesehnt, nach einem geordneten Rahmen und halbwegs motivierten Schülern. Und was sagt mein Freund dazu: „Du hast es so gewollt. Beklag dich nicht!“

Immerhin, mein kleines Studio in der Villa ist ganz angenehm, mit einem schönen Blick auf den See. Hier riecht alles noch nach meiner Vorgängerin. Fast sieben Jahre soll sie hier gewohnt haben. Ich mag ihr Parfüm.

 

Freitag, 6. Januar 1995

Seit gestern bin ich mit dem Mädchen bei ihrer Oma. Ich habe die beiden in den Gottesdienst begleitet und mir danach fast einen Zahn ausgebissen an diesem Dreikönigskuchen. Dafür hat mein Schützling mich zum ersten Mal angestrahlt, als sie mir die Krone aufgesetzt hat. Das Eis zwischen uns beginnt zu schmelzen.

Dafür herrscht sonst Eiszeit. Er brauche auch mal Zeit für sich und seine Freunde, hat mein Partner gesagt. Dabei hatte ich mich so auf das freie Wochenende mit ihm gefreut. Und er weiss doch, wie sehr ich seine Freerider-Leidenschaft hasse. Warum habe ich bloss solche Angst, ihn eines Tages im Leichenschauhaus identifizieren zu müssen?

 

Freitag, 10. Februar 1995

Mein Freund ist sauer, weil ich nicht ans Skiwochenende mit seinen Kollegen kommen will. So lange hätten sie damals nach einem gemeinsamen Termin gesucht und ich hätte es doch seit Oktober gewusst. Ja verdammt, habe ich, aber meine Arbeitgeber haben mich eingeladen, sie nach Davos ins Hotel zu begleiten. Und ich habe daraus kurzentschlossen eine „Verpflichtung“ gemacht.

Das Mädchen hat sich so gefreut, als ich zugesagt habe. Sie hat mich definitiv adoptiert. Und sie beschämt mich täglich von neuem für mein unsensibles Urteil. Sie ist nicht nur ausserordentlich lernfähig, sondern auch äusserst lernwillig. Der kleine Bengel hatte mir doch tagelang verheimlicht, dass sie bereits schreiben und lesen kann. Sie hatte das von ihrem Kindermädchen gelernt. Oder soll ich besser sagen von ihrer „Mutter“. Denn genau das war meine Vorgängerin für die Kleine während all der Jahre gewesen: Eine Mutter. Kein Wunder, war das arme Mädchen so trotzig und ablehnend gewesen: Man hatte ihr von einem Tag auf den anderen ihre wichtigste Bezugsperson weggenommen und durch eine Lehrerin ersetzt.

 

Sonntag, 24. September 1995

Ich traute meinen Ohren nicht, als mich mein Schützling heute Morgen am Flughafen gefragt hat, ob ich irgendwo in einen Gottesdienst gehen möchte. Wir kamen aus Mailand zurück, wohin wir ihre Mutter an die Modewoche begleitet hatten. Ich habe ihr gesagt, die Messe, in die wir jeweils mit ihrer Oma gehen, sei schon vorbei. Aber sie wollte nicht in eine Messe. Sie wollte mit mir kommen.

Das Mädchen ist einfach unglaublich! Sie war im Flieger eine Reihe vor mir neben ihrer Mutter gesessen und schien unentwegt in ihr Buch vertieft zu sein. Ich hatte mir wirklich alle Mühe gegeben, Haltung zu bewahren und die Tränen meiner Wut und Verzweiflung zurückzuhalten. Aber sie muss es gemerkt haben. Sie muss gespürt haben, dass mir gerade der Boden unter den Füssen weggezogen wurde.

Er hätte es sich lange überlegt, schreibt er in seiner sms. Es stimme einfach nicht mehr für ihn. Es sei eine schöne Zeit gewesen mit mir. Aber ich hätte mich verändert. Er freue sich für mich, aber er brauche jetzt auch seine Freiheit. Er sei diese Woche im Ausland. Wenn ich also meine Sachen holen möchte…

Dabei waren wir noch vor zwei Wochen im Urlaub am Meer. Und auch wenn sich meine Hoffnung nicht erfüllt hatte, einmal Zeit zu haben, in Ruhe über unsere Beziehung zu reden, waren die Tage doch recht entspannt und glücklich. Umso tiefer sass der Schock. Wie betäubt stand ich heute Abend inmitten der gottbegeisterten Menge, die unsere Kirche mit penetrantem Lobpreis erfüllte. Die verklärt lächelnden Gesichter um mich herum erschienen mir auf einmal wie höhnische Fratzen. Da nahm mich plötzlich jemand an der Hand und führte mich hinaus ins Freie. Sie habe Lust auf ein Eis, erklärte mein Mädchen mit der ernsthaftesten Miene. Und nachdem ich sie einen Moment lang fassungslos angestarrt hatte, bekam ich den Lachanfall meines Lebens. Wenn es tatsächlich so etwas wie Engel geben sollte, dann bin ich heute einem begegnet.

 

Donnerstag, 9. November 1995

Heute hatte ich zum ersten Mal Sex mit ihrem Vater. Die Kleine war mit ihrer Mutter beim Shoppen. Er hat mich in sein Büro zitiert für eine Standortbestimmung seiner Tochter. Ich weiss nicht, was in mich gefahren war, aber ich hatte mich spontan entschlossen, für einmal die Jacke meines Twinsets lässig elegant um die Schultern gelegt zu tragen, ganz im Stil seiner Mutter, der Patriarchin, oder auch ihrer Enkelin, wenn diese „Oma“ spielt. Er war sehr zufrieden mit der Entwicklung seines Mädchens. Und er war mehr als zufrieden mit mir. Sein anerkennender Blick tat mir gut, als er für einmal nicht nur meine Beine musterte. Ich war nicht zurückgewichen, als er näher trat. Auch nicht, als sich seine Hände um meine Hüften legten. Alles andere war einfach geschehen, kurz, leidenschaftlich, wortlos.

Zurück in meinem Zimmer musste ich mich zuerst übergeben. Ich zitterte am ganzen Körper, als ich aus der Dusche kam, und mir ein Glas Whisky einschenkte, den ich aus den Beständen meines Ex-Partners hatte mitlaufen lassen. Der Gedanke an ihn erfüllte mich mit einer seltsamen Befriedigung. Was meint der Kerl denn, wer er sei. Nein, ich brauche ihn nicht! Es gibt auch andere Männer, die meine Qualitäten zu schätzen wissen.

Schliesslich war es mir zu eng geworden in meinem Zimmer. Ich wollte nicht zuhause sein, wenn die Kleine mit ihrer Mutter zurückkommt. In meine Daunenjacke verpackt sass ich bis um 23 Uhr frierend am See und habe fast eine ganze Packung Zigaretten geraucht. Die Fenster waren Dunkel, als ich nach Hause kam. Doch als ich in meinem Zimmer aus der Jacke schlüpfte, klopfte es leise an der Tür. „Du hast geraucht“, sagte mein kleiner Engel und schaute mich besorgt an. Sie trug nur ihr Nachthemd und darüber die Strickjacke meines Twinsets, in der sie fast zu verschwinden schien. Über eine Stunde hat sie im Salon auf mich gewartet, nachdem sie nicht schlafen konnte und in meinem Zimmer nur den Geruch von Erbrochenem und eine halb leere Flasche Whisky vorgefunden hatte.

 

Sonntag, 24. Dezember 1995, Heilig Abend

Die ganze Familie ist bei der Patriarchin in der Villa am See. Wir Angestellten haben frei bekommen, und so sitze ich hier alleine in diesem grossen Haus. Meine Eltern pfeifen schon lange auf Weihnachten und sind auf eine Kreuzfahrt ins Mittelmeer geflohen. Und mein Ex? Vor einem Jahr waren wir noch im Chalet seiner Eltern in den Bergen. Ich mochte die beiden, vor allem seine Mutter. Sie war die einzige gewesen, die mir zugehört hat und von der ich mich verstanden fühlte. Einen Moment lang war ich fast versucht, ihr eine sms zu schicken.

Vor einer Stunde hat in unserer Kirche die Weihnachtsfeier begonnen. Aber allein der Gedanke an Lopbreis und Anbetung löst bei mir heute Übelkeit aus. Dabei waren ich und die Kleine in letzter Zeit jeden Sonntag bei meinen Evangelikalen im Gottesdienst, wenn wir nicht mit ihrer Oma bei den Katholiken die Messe besucht haben. Die vielen jungen Leute und die herzliche Atmosphäre schienen ihr zu gefallen. Sie freute sich jedes Mal so darauf, mit mir da hin zugehen, dass ich wohl oder übel mitgehen musste. Dabei ging es mir von Woche zu Woche schlechter damit. Unverheiratet in einer Partnerschaft zu leben, war schon eine stete Herausforderung für mein Gewissen gewesen. Und schon damals kam ich mir unter diesen frommen Christen immer irgendwie nackt und beobachtet vor. Und heute singt und strahlt auch noch die Kleine neben mir, während ich unter der Woche mit ihrem Vater…

Was ist nur los mit mir? Ich fühle mich so ohnmächtig. Warum komme ich nicht los von ihm? Immer, wenn ich es mit dem Alten treibe, in seinem Büro, in der Bibliothek, im Gartenhaus, immer nur kurz, leidenschaftlich und wortlos, sehe ich meinen Ex-Freund vor mir. Und nach jedem Mal möchte ich mich am liebsten übergeben. Am Anfang hatte ich noch geglaubt, dass ich ihn hasse und dass ich es wegen ihm tue, um ihn zu bestrafen.

Doch nein, meine Liebe, sei endlich ehrlich mit dir selber. Wenn du jemanden hasst, dann dich selber. Du kannst es dir nicht verzeihen, dass du alles kaputt gemacht hast, indem du deinen Weg gegangen bist und gegen seinen Willen eine neue berufliche Herausforderung gesucht hast. Und tief in deinem Unterbewussten bestrafst du die Kleine dafür, dass sie dich glücklich macht.

 

Freitag, 2. Februar 1996, Mariä Lichtmess

Ich war mit meinem Schützling und ihrer Oma im Auto unterwegs zu einem Marienwallfahrtsort, als wir es in den Nachrichten hörten: Zwei Freerider sind am Morgen bei einem Lawinenniedergang ums Leben gekommen. Namen wurden wie immer keine genannt. Ich weiss nicht, wie ich es schaffte, mit meinen zitternden Händen den Wagen heil ans Ziel zu bringen. Dick eingepackt in meine Daunenjacken sass ich wenig später neben der Kleinen in der ungeheizten Kapelle vor der gotischen Madonna, während die Oma bei einem Priester beichten war. Kalter Weihrauch lag in der Luft und überall standen frische Blumen vom morgendlichen Gottesdienst. Doch die feierliche Pracht wirkte in diesem Moment wie eine Ohrfeige auf mich. Die Ungewissheit machte mich fast wahnsinnig vor Angst. Zum ersten Mal überhaupt habe ich zu Maria gebetet. Und nachdem ich in meiner Verzweiflung sogar eine Kerze angezündet hatte, liess ich die Kleine alleine und ging nach draussen. Ich brauchte eine Zigarette.

Ich konnte mir noch tausendmal einreden, dass es hunderte von Freeridern gebe, dass er und seine Kollegen erfahren seien und keine Risiken eingehen würden, und dass ich mich nicht so anstellen solle: Schliesslich habe er mich ja verlassen. Es half alles nichts: Meine Hände zitterten auch noch beim Anzünden der x-ten Zigarette.

Als ich mich endlich aufraffte und in die Kapelle zurückging, stand die Kleine in der Mitte vor dem Altar und starrte auf das grosse Kreuz mit dem leidenden Jesus. Weit und breit war sonst niemand zu sehen, und doch war es mir, als ob wir nicht alleine wären. Ich wollte zu ihr hintreten, aber irgendetwas hielt mich zurück. Und als ich sie rufen wollte, war meine Stimme wie gelähmt. Ich habe keine Ahnung, wie lange wir so dagestanden sind. Es war eine gefühlte Ewigkeit. Das Mädchen war gerade erst acht geworden, doch als es sich schliesslich umdrehte, begegnete ich einen Moment lang dem Blick einer erwachsenen Frau. „Lass uns gehen!“ hörte ich sie mit einer ruhigen Entschiedenheit sagen, als sie an mir vorbei zum Ausgang schritt.

Und just als ich mich aus meiner Verblüffung löste und ihr folgen wollte, summte das Handy in meiner Jackentasche. Fassungslos starrte ich auf den Absender der sms, bevor ich meinen Lederhandschuh von den Fingern riss, um die Nachricht zu öffnen:

Mach dir keine Sorgen,
es geht mir gut!
Aber zwei meiner Freunde sind tot.
Du fehlst mir!

Die Oma kam gerade rechtzeitig aus dem Beichtstuhl, um mich aufzufangen, als die Beine unter mir nachgegeben haben. Und als wir aus der Kapelle ins Freie traten, wartete die Kleine bereits auf uns. Nie werde ich vergessen, wie ihr besorgter Blick in ein schelmisches Lächeln überging, bevor eine Handvoll Schnee in meinem Gesicht landete.

*******

Mittwoch, 2. Mai 2018

Ich hatte schon viel von der Frau gehört und gelesen, doch ihr Vortrag von heute Morgen zur Kleinkindpädagogik im digitalen Zeitalter hat all meine Erwartungen übertroffen. Umso mehr war ich erfreut, als sie meine spontane Einladung zum Nachtessen im Seerestaurant angenommen hat. Mein Mann und meine Söhne waren ohnehin von der Champions League absorbiert, und schliesslich hatten sie gewusst, was auf sie zukommt, als wir vor einem Jahr gemeinsam unterschieden haben, ob ich die Stelle als Leiterin des Bildungsdepartementes übernehmen soll.

Mein Gast war vor mir da und sass bereits am reservierten Tisch auf der Terrasse, als ich kam. Sie trug dasselbe edle Kaschmir-Twinset wie am Morgen, nur dass sie sich jetzt die Strickjacke stilvoll um die Schultern gelegt hatte. Ihr entschuldigendes Lächeln wirkte fast mädchenhaft, als sie meinen Blick auf ihren tätowierten Armen ruhen sah. Sie hoffe, ich störe mich nicht an ihren Jugendsünden, sagte sie schmunzelnd, als sie mir die Hand reichte. Manchmal sei das Leben schon seltsam, meinte sie nachdenklich, als wir wenig später an unseren Weingläsern nippten und der untergehenden Sonne zusahen. Erst vor zwei Wochen sei sie genau an diesem Tisch gesessen. Und als sie den Namen ihrer damaligen Begleitung erwähnte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Natürlich, es passte alles zusammen: Der Beruf, das Alter, ihre Weise das Twinset zu tragen, und ihr Geruch. Das dezente Parfüm war mir schon am Morgen bei der Begrüssung aufgefallen. Ich wusste, dass ich es von irgendwoher kannte.

Doch die grösste Überraschung sollte erst noch kommen, als sie mir erzählte, dass unserer „Kleine“ vor etwa vier Jahren ins Kloster eingetreten war. Die Oma und auch die Mutter seien gestorben, aber die Patriarchin, oder Patin, wie sie die Grossmutter nannte, habe ihr ein Foto gezeigt. Und so, wie sie das Bild beschrieben hat, erinnerte es mich spontan an diesen denkwürdigen Moment damals in der Kapelle, und an diesen Blick der Kleinen, als sie sich umgedreht hatte.

„Mariä Lichtmess“, meinte mein Gegenüber nachdenklich, als ich ihr die Geschichte erzählte. „Ist das nicht auch der Tag des geweihten Lebens?“

Alles ist Zufall, oder nichts ist Zufall. Wenn ich an das erste glaubte, könnte ich nicht leben, aber von letzterem bin ich noch nicht überzeugt. (Etty Hillseum)

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4 Gedanken zu “Warum sie? VII (die Hauslehrerin)

  1. Hi, darf ich auf einen kleinen Fehler hinweisen? WhatsApp gibt es erst seit 2009. 😉 SMS wäre aber möglich gewesen.
    1995 hätte auch noch kein Charismatiker einen Gottesdienstraum „Celebration Hall“ oder einen Weihnachtsgottesdienst „Christmas Celebration“ genannt – zumindest nicht in Deutschland.

    Ansonsten verfolge ich gespannt dieser Fortsetzung.

    Gruß, Charly

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    1. Danke, Charly, das ist doch mal ein Feedback! 🙂
      Ich werde das umgehend anpassen. Wobei sie ja nicht bei den Charismatikern ist, sondern in einer Freikirche, und die waren doch teilweise damals schon amerikanisch geprägt, oder?

      Ich bin auch gespannt, wann ich zur nächsten Fortsetzung komme. Im Moment ist wieder Arbeit angesagt… aber wer weiss, mit so motivierten Lesern 🙂

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      1. Hi,
        ich bewege mich seit 1978 im freikirchlichen Bereich. Die Charismatiker sind ein guter Teil davon. Ein anderer, kleinerer Teil von ihnen bewegt sich in den Landeskirchen. Die Charismatiker waren es in ihren Freikirchen, die in D als erste diese englischen Begriffe benutzten. Das ist aber viel jünger. 1995 wurden Gottesdienste so definitiv in D so noch nicht genannt. Selbst der Begriff Worship war überwiegend als CD-Titel geläufig. In den Gemeinden fand weiterhin noch Lobpreis und Anbetung statt.
        Die Pfingstler und Charismatiker waren vor allem da schon amerikanisch geprägt. Sie benutzten aber eher, teils grausig übersetzte Begriffe aus dem Amerikanischen.
        Btw.: Selbst heute noch sind Freikirchen, die einen solch ausgiebigen Lobpreis und Anbetung / Worship – anbieten, eher pfingstlerischer oder charismatischer Prägung. Andere Freikirchen pflegen dies nicht in der Art.

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        1. Herzlichen Dank für Deine Erfahrungen, die ich gerne aufnehme. 🙂
          Ich hatte in der Schulzeit in den 80ern auch einen evangelikalen Freund, kenne aber das damalige Milieu und seine Sprache nicht. Heute kenne ich ein wenig die neuen katholischen Lobpreisbewegungen, die ja ihren Stil, ihre Musik und ihre Sprache weitgehend dem modernen evangelikal-charismatischen Milieu entlehnt haben.
          Danke noch einmal für den spannenden Austausch!

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